Seit gestern sind wir abgedüst. Von vielen Reiseerfahrungen können wir wohl noch nicht berichten … Deshalb erzählen wir erstmal davon, wie wir zu unserem Auto gekommen sind und wie der Ausbau gelaufen ist. Dabei halten wir uns eher kurz, um mit keinen Details zu langweilen. Falls sich jemand von euch jedoch näher für den Ausbau eines Kastenwagens o.Ä. interessiert bzw. wissen möchte, wo bei uns die Fallstricke lagen und welche Empfehlungen wir geben würden: Meldet euch gerne bei uns!
Steigen wir aber erstmal in die Geschichte unseres ersten Autos ein …
Unser erstes Auto
… und dabei geht es erstmal gar nicht um Wilson, da es sich hierbei um unser zweites Auto handelt. Wir waren im Dezember tatsächlich schon Mal etwa drei Wochen lang stolze Besitzer eines Fiat Ducato, den wir auf ebay Kleinanzeigen ergattert hatten. Zwar schon etwas rostig, aber mit frischen TÜV, technisch soweit einwandfrei und sogar mit eingebautem Bett, so die Verkäufer. Unserem KFZ-Mechaniker ist jedoch beim Durchchecken erstmal die Kinnlade runtergeklappt – der Wagen sei so ziemlich Schrott und hätte nie TÜV bekommen dürfen. Nachdem unsere Verkäufer den Wagen nicht zurücknehmen wollten, haben wir beim Vor-Vorbesitzer angeklopft. Der ist zufällig selbst KFZ-Mechatroniker mit eigener Werkstatt und hat den Fiat damals ohne Garantie verkauft – wo der TÜV so easy herkam ist uns auch noch etwas schleierhaft. Long story short: Mit etwas Druck von Seiten unseres KFZ-Mechanikers hat er den Wagen kleinlaut zurückgekauft. Glück im Unglück sozusagen!
Wilson
Unsere Autosuche ist dann erstmal durch Klausuren- und Praktikumsstress etwas eingeschlafen, bis ich im Februar mit meinem guten Freund Stephan telefoniert habe, den ich von der Jugendarbeit kenne. Stephan arbeitet als LKW-Fahrer für ein Nissan-Autohaus in München und fährt selbst einen Nissan NV200. Reich an Connections und mit sehr viel Einsatz bei der Recherche hat Stephan dann unser Auto gefunden: Ein weißer Nissan NV200 (ehemaliger Catering-Wagen), Baujahr 2015 und gerade mal 57.000 Kilometern. Aus unserer Fiat-Misere haben wir gelernt und haben den Wagen erstmal nur angezahlt und vorab in die Werkstatt zum Durchchecken gestellt. Es folgten Kauf, Versicherung und Anmeldung. Unser Kennzeichen TÖL-WI-629 ist übrigens absolut zufällig vom Landratsamt zugeteilt worden, bevor ihr jetzt über tiefsinnigere Bedeutungen sinniert. Daraus resultierend haben wir unseren Wagen dann mit dem Namen Wilson getauft.
Unser Wohnzimmer
Also konnten wir anfangen, uns Gedanken zum Ausbau zu machen. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Stephan bedanken, der den Prozess von Kauf über Ausbau bis Finalisierung mit viel Zeit, Energie, Materialbereitstellung, Ideenreichtum und Kreativität begleitet hat. Die ganze Zeit über stand er uns mit Rat und Tat beiseite – wir sind heilfroh darum und sehr sehr dankbar für die tatkräftige Unterstützung!
Letztendlich hat unsere Aufbereitung / der Ausbau aus folgenden Schritten bestanden:
Reinigung: Mit Stephan haben wir auf seiner Arbeit das Auto innen wie außen komplett durchgespült, poliert, geschniegelt und gestriegelt. Zudem wurden zur Vorbereitung der Isolierung die Trennwand und Verkleidungsteile aus dem Auto genommen.

Isolierung: In tiefere Aussparungen der Seitenwände haben wir 19mm selbstklebende Kautschuk-Isolierung (ähnlich zum gern verwendeten Armaflex) verklebt. Anschließend wurde der hintere Teil des Wagens an den Wänden und der Decke komplett mit hellgrauem Vlies verkleidet. Die dunkelgrauen Stellen sind gevlieste Holzpanele, die der eventuellen Befestigung von Verstaumöglichkeiten dienen sollen. Der Boden besteht aus einer maßgeschneiderten 6mm-Pappelholzplatte, die wir mit einem PVC-Bodenbelag unserer Wahl beklebt haben. Für die Isolierung des „Fahrerhauses“ haben wir passgenaue Thermomatten genäht, die mit Saugnäpfen bzw. Magneten über Nacht an den Scheiben befestigt werden.


Möbelbau: Flaki und ich haben uns eine Woche lang in die Hinterriss zurückgezogen, um mit dort vorhandenem Werkzeug und Holz ein paar Möbel zu zimmern. Entstanden sind ein ausziehbares Bett mit Stauraum darunter, ein Bettkasten über dem rechten Radkasten und ein Wandschrank mit ausklappbarem Tisch. Eine alte Matratze haben wir passgenau mit dem Käsemesser zurechtgesägt. Ein verdunkelnder Vorhang trennt Wohn- und Fahrerraum.


Feinschliff: In den letzten Schritten wurden noch eine Zweitbatterie verkabelt, die Möbel an der Karosserie befestigt, ein Campingfenster in der Seitentür montiert und Dachträger mit einer Dachbox angebracht.
Sechs Wochen später …
Puh, geschafft! All unser Equipment und Gepäck hatten wir schon im Laufe der Zeit zusammengesammelt und musste nur noch in Kisten bzw. Möbel verstaut werden. Einmal noch Auto gesaugt und gewischt, dann geht es auch schon ans Verabschieden und Losfahren. Bis eine Stunde vor dem Start war der Zielort noch nicht klar, aber dann haben wir uns kurzerhand für einen Trip zum schönen Chiemsee entschieden! Mit einem entspannten Seespaziergang, einer Currywurst vom Strandkiosk und dem ersten Kaffee vom Camping-Kocher konnten wir unsere lang ersehnte Reise gebührend einläuten.


Wir wünschen allen einen guten Start in die neue Woche und lassen bald von unseren neuesten Erlebnissen hören.
Macht’s gut,
Andrea und Flaki

