Hallo ihr fleißigen Blogleser*innen,
der Lesestoff neigt sich langsam dem Ende zu und wir gehen voraussichtlich in die vorletzte Schreibrunde. In diesem Zuge berichten wir euch von unseren Erlebnissen in Südnorwegen und -schweden!
Südnorwegen
Die Stadt Trondheim konnten wir bei schönem Wetter mit einem Spaziergang genießen. Besonders gut gefallen hat uns die bunte Häuserpromenade am Fluss. So langsam merken wir aber, dass uns die Natur mehr liegt als die Städte.
Also geht es weiter in den Süden nach Andalsnes. Andalsnes ist als „Bergtourhauptstadt“ bekannt. In besonderem für den Berggrat Romsdalseggen, dessen Bewanderung äußerst szenen- und ausblickreich sein soll. Das klingt passend zu uns! Leider hat das Wetter nicht mitgespielt: Nachdem uns seit den Lofoten fast ausschließlich trockenes Wetter und Sonnenschein beschert wurden, spielte das Wetter in Andalsnes nicht mit. Dichter Nebel hing in den Bergen und es war dadurch die ganze Zeit leicht nieselig, ohne dass es richtig geregnet hätte. Guter Hoffnung starteten wir trotzdem die Wanderung – zumindest mal bis zum ersten Gipfel – ausgestattet mit Regenponchos und gutem Schuhwerk. Das Wetter wurde nicht besser, später regnete es sogar. Und als wir an einem Punkt herauskamen, an dem der Blick ins Tal einfach herrlich sein soll, sahen wir – richtig – gar nichts außer graue Nebelsuppe.

Die Gradwanderung fiel für uns also flach. Eine andere Möglichkeit wäre umdrehen oder ein anderer Gipfel gewesen und weil wir beim Wandern gerne Ziele erreichen, entschieden wir uns für den Gipfel des Blanebba. Und das sollte sich lohnen, denn kurz vor dem Gipfel endete plötzlich der dichte Nebel und wir stiegen aus der Nebeldecke heraus in den Sonnenschein.



Der Blick über die Wolkendecke und auf die Spitzen der anderen Berggipfel war einfach fantastisch! In der Sonne ließ es sich dann auch super trocknen und ausruhen. Ansonsten war niemand da, alle waren vor dem schlechten Wetter zurückgescheut. So wurde aus einer anfangs „miesen“ Erfahrung etwas ganz Atemberaubendes, das wir nicht hätten missen wollen.

Dieses großartige Erlebnis in Südnorwegen sollte nicht das letzte gewesen sein. Unser nächstes Ziel war dann der Geiranger Fjord. Allein die Fahrt dorthin ist schon ein Spektakel: Der Trollstigen-Pass ergibt einfach ein einzigartiges Bild, sowohl wenn man unten steht und nach oben schaut als auch wenn man von der Panoramaplattform oben hinunterschaut (der Blick von oben war Flaki auch als Windows-Bildschirmschoner bekannt). Die Fahrt führt uns durch ein kleines Tal, über einen Fjord und weiter über Serpentinen nach Geiranger am Geiranger Fjord. Die gesamte Kulisse ist sehr beeindruckend und wir bleiben mehr als einmal zum Fotografieren stehen. Dass der Geiranger Fjord ein beliebtes Touristenziel ist, bemerkt man an den großen Menschenströmen aus den riesigen Kreuzfahrtschiffen im Hafen (AIDA und Co.) oder aus mehreren Reisebussen. Auch hier machten wir eine Wanderung im Nieselwetter, aber am Ziel war es eh nass: Denn wenn man die leichte Wanderung zum Storsäter Wasserfall geschafft hat, kann man ihn nach einer kleinen Kraxelpartie auch von hinten bestaunen.



Unsere letzte Wanderung in Norwegen führt uns zum Briksdalsbree-Gletscher. Eine leichte Wanderung, die an sich aber schon ein großartiges Erlebnis war: Berge, Wasserfälle, Gletschersee und Gletscher und dazu auch noch Sonnenschein. Was will man mehr?
Bevor wir schließlich in Oslo und später in Schweden ankommen, wagen wir uns in Lillehammer an eine Touristenattraktion der etwas anderen Art: Mit bis zu 100 km/h sausen wir in einem knallpinken Bob auf Rädern durch den Olympia-Eiskanal. Etwa 65 Sekunden lang heißt es Adrenalin pur! Die Fahrt geht durch die enorme Geschwindigkeit ganz schön auf den Rücken, aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Wir haben jetzt auf jeden Fall mehr Respekt für Bob- und Rodelfahrer, die ja noch viel schneller durch den gefrorenen Eiskanal sausen und dabei nicht nur versuchen müssen, ihren Kopf gerade zu halten!

Nach einer langen Partie Natur in Norwegen erreichen wir dann schließlich die Hauptstadt Oslo. Auf einem Spaziergang stellen wir fest, dass die Architektur und der Lifestyle sehr modern und hipp zu sein scheinen, was uns ziemlich gut gefällt. Nach guten 3,5 Wochen Norwegen (und damit der längste Aufenthalt in einem Land auf unserer Reise) ist Oslo ein schöner Abschluss und wir denken nochmals gerne an die vielen Eindrücke und Erlebnisse zurück. Wir können von Glück sagen, dass wir während der ganzen Zeit kaum schlechtes Wetter hatten und die spektakuläre Natur fast immer bestaunen konnten. Wir schätzen das sehr, denn andere Camper berichten oft von tagelangem schlechtem Wetter ohne Aussicht auf ein Ende und rasen quer durch Norwegen an allem Schönen vorbei, weil sie ohnehin nichts sehen würden. Wir hatten also wirklich Glück!

Schweden
Das Schweden-Kapitel unserer Reise ist recht kurz, da wir uns hier nur ein paar Tage aufgehalten haben. Grob gesagt sind wir einfach die Westküste in Richtung Dänemark gefahren und haben uns auf dem Weg immer mal wieder etwas umgesehen. So waren zum Beispiel die Felszeichnungen von Tanum aus der Bronzezeit sehr interessant, und auch die Hafenstadt Göteborg hat uns gut gefallen. Stellplätze zum Schlafen haben wir uns in der Natur gesucht und wir hatten endlich mal ein wenig Erfolg im Pilzesammeln (die Steinpilze und Eierschwammerl haben gut geschmeckt). Je weiter wir in den Süden gefahren sind und je später es im Jahr wurde, desto mehr haben auch die Blaubeerbestände abgenommen. Die haben wir ja immer gerne und reichlich gesammelt. Blaubeeren waren durch die gesamte Zeit im Baltikum und in Skandinavien häufig unsere Frühstücksgrundlage – und das immer kostenlos.


Ein konkreter Plan für die Reise stand ja nie fest. Aber die Überlegung war eigentlich immer, über Schweden und Dänemark nach Deutschland zurückzukehren. Hierzu haben wir uns gestern ausführlicher Gedanken gemacht und sind zu der Entscheidung gekommen, von Trelleborg in Schweden direkt nach Travemünde überzusetzen. Grund dafür ist keine Eile oder Reisemüdigkeit. Uns ist nur aufgefallen, dass es zum einen noch so einige Leute in Deutschland gibt, denen wir in Ruhe einen Besuch abstatten möchten. Zum anderen sparen wir uns dadurch auch einiges an Strecke und Kosten. Wir möchten die Zeit und Freiheit noch gerne nutzen, bevor uns bald der Alltag zeitlich wieder mehr einspannt und Fahrten in den Norden nicht mehr so einfach sind wie jetzt.
So freuen wir uns aufs Heimatland und grüßen euch ganz herzlich von der Fährfahrt mit der TT-Line nach Travemünde!
Bis bald,
Andrea und Flaki
PS: nicht wundern, in der nachfolgenden Bildergalerie gibt es noch ein paar Bilder zu den Lofoten die in unserem letzten Blogeintrag noch nicht dabei waren.

