Juni

Dobrý den und Dzien dobry!

Hallo zusammen,

jetzt liegt der letzte Blogeintrag schon wieder einige Tage zurück. Anders als bei der zweiwöchigen Coronapause gleich am Start unserer Reise (das liegt mittlerweile auch schon 2 Monate zurück!) liegt das Schweigen einfach nur daran, dass es uns supergut geht. Wir sehen und machen jeden Tag so viel, dass wir abends einfach nur ins Bett fallen. Wenn wir mal nicht so viel machen, dann genießen wir trotzdem einfach die Zeit und machen auch mal so richtig Urlaub. Die Hitze in den letzten 1 bis 2 Wochen hat auch nicht wirklich zur Lust aufs am Laptop-Sitzen beigetragen und so melden wir uns eben jetzt erst wieder. Hier kommt eine Zusammenfassung unserer letzten Eindrücke und Erlebnisse:

Tschechien

Der Abschluss unserer Österreichtour war Grein an der Donau, wo wir sogar neben dem schönen Schloss Greinburg übernachten konnten. Am 15. Juni war der Plan dann über die tschechische Grenze zu fahren. Wir sind Landstraße gefahren und an der Grenze bei Freistadt saß zwar jemand, aber kontrolliert wurde nicht. Wir haben uns aber brav online bei den tschechischen Behörden registriert. Aufgrund von Empfehlungen sind wir gleich nach Krumlov an der Moldau (dt. Krumau) gefahren und haben dort die Innenstadt besichtigt. Ein wirklich schönes Städtchen! Die erste Nacht in Tschechien haben wir auf einem Camping-Platz direkt am Lipno-Stausee verbracht, in dem man hervorragend baden kann! Seen – das kann man schon vorwegnehmen – sind in Tschechien unsere Retter in der Not gewesen, nachdem es uuunendlich heiß war und unser Wilson leider keine Klimaanlage hat. Unser extra für den Zweck gekaufter USB-Ventilator hat da auch nicht mehr viel bewirkt…kurz vor dem Einschlafen war er jedoch eine willkommene Wohltat!

Sicht auf Krumau
Brücke vor Krumau
Flaki auf Erkundungstour

Am nächsten Tag folgte die Besichtigung von Budweis. Tatsächlich haben wir in Tschechien nie Budweiser getrunken, aber verschiedene andere gute tschechische Biere probiert (Platan, Pilsener Urquell, Radegast, …). Außerdem wollten wir unbedingt die tschechische Küche ausprobieren (sehr deftig, viel Fleisch und Knödel), die auch sehr lecker war! Am Abend ging es weiter in ein Landschaftsschutzgebiet namens Trebonsko mit 5 kleinen Badeseen und einem Kiosk, der sogar ein abendliches Open-Air-Kino veranstaltet. Viel verstanden haben wir vom tschechischen Film nicht wirklich, war aber trotzdem eine nette Abwechslung. Zwei Tage später hieß es: Nächster Halt: Prag.

Leckeres Essen in Budweis
Andrea beim Abkühlen vor dem blauen Radhausgebäude im Hintergrund
OpenAir Kino

Hier waren wir 3 Tage, aufgrund der Hitze und verschiedenen Blasen an den Füßen haben wir das Sightseeing eingeteilt. Die Stadt mit der Karlsbrücke, der Altstadt und der Prager Burg haben wir für sehr schön befunden und wir waren sehr gerne in Prag. Unser kleiner, süßer Campingplatz im Stadtteil Troja hat uns den Weg in die Stadt aufgrund der Nähe sehr vereinfacht und lag zudem auch direkt neben dem Prager Zoo. Der gilt als einer der schönsten Zoos in Europa, also haben wir uns ihn auch nicht entgehen lassen und hatten Glück: Es gab viele Tierbabys! Eine wirklich schöne Zeit in Prag.

Leckeres Eis im frisch gebackenen Baumstriezel mit Pistazien
Highlight des Prager Zoos waren für Andrea natürlich die Erdmännchen welche wenige Monate alte Babys hatten
Durch die Prager Straßen schlendern

Die letzte Station unserer Tschechien-Etappe sollte dann das Riesengebirge sein. Bei Spindlermühle sind wir im Elbe-Stausee baden gegangen und haben eine Wanderung durch die Adersbacher Felsenstadt gemacht (sehr empfehlenswertes Touristenattraktion, die Felsenformationen sind wirklich beeindruckend!). Bei Nachod ging es dann am 22. Juni über einen nicht wirklich als diesen erkennbaren Grenzübergang und wie zuvor ohne Kontrollen weiter nach Polen.

Eingang zu Moria? Zwerg Andrea sieht man im Eingang.

Polen

Für die erste Nacht machten wir an einem P+R Parkplatz in Breslau Halt, von wo aus wir am nächsten Morgen mit der Tram innerhalb von 15 Minuten in die wunderschöne Innenstadt fahren konnte. Wusstet ihr, dass in ganz Breslau über 600 kleine gusseiserne Zwerge bei verschiedensten Aktivitäten zu finden sind? Eine witzige Nebenbeschäftigung beim Sightseeing, wir haben 30 gefunden. Die Zwerge sollen als Symbol gegen die ehemalige kommunistische Regierung dienen. Da wir mittags unseren Breslau-Rundgang bereits beenden, entscheiden wir uns für die Weiterfahrt und bleiben dann in Lodz stehen. Die Stadt soll nicht allzu sehenswert sein, weshalb wir sie uns nicht näher ansehen. Wir sind trotzdem beeindruckt von derart schlechten Straßenbelags- und Hausfassadenqualitäten, was generell oft in Polen zu sehen ist. Gleichzeitig bietet das Land doch so gute Infrastruktur (z.B. Bezahlungssysteme, öffentliche Verkehrsmittel, Autobahnen). Was außerdem sehr sehenswert und beeindruckend ist, ist das Einkaufs- und Vergnügungszentrum „manufaktura“ in Lodz. Dort gibt es so ziemlich alles, was man sich wünschen kann (Geschäfte, Restaurants, Kino, Theater, Trampoline, EM- Public Viewing auf Sandstrand, und und und …). Hier bleiben wir für eine Nacht – Hauptgrund ist aber vor allem das kostenlose WLAN, damit wir uns das Deutschlandspiel gegen Ungarn anschauen können (juhu, wir sind im Achtelfinale!).

Public viewing Polen gegen Schweden
Nicht ganz so viel los beim Deutschlandspiel
Doppelter Wilson

Vorgestern Früh wurden wir dann auf dem Parkplatz vor der manufaktura von einem starken Gewitter gebeutelt, man bekommt in Polen extra eine vorwarnende SMS – sehr nett. Nachdem es vorbeigezogen war, haben wir den Vormittag entspannt im Auto und in der manufaktura beim Kaffeetrinken verbracht, bevor es dann weiter nach Warschau ging.

Warschau gilt zwar nicht als besonders sehenswerte, aber doch geschichtsträchtige Stadt. Wenn wir schonmal in Polen und so flexibel sind, fahren wir also gerne mal hin und spazieren an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Vom vielen Städteanschauen sind aber langsam die Füße müde, also probieren wir uns beide das erste Mal im E-Scooter fahren. Gut möglich, dass wir das jetzt noch öfter machen, man kommt echt ein bisschen schneller vom Fleck und es macht zugegebenermaßen auch ziemlich Spaß!

Erstmal ausruhen vor dem Könisschloss

Zum Übernachten haben wir uns einen besonderen Fleck etwa 45 Minuten nördlich von Warschau ausgesucht: Ein Bauernhof, der Agrotourismus betreibt und Stellplätze für unter 10 € direkt an einem Teich anbietet. Die Tiere auf dem Hof darf man sich gerne ansehen (Esel, Ziegen, Hühner, …) und man kann eigene Hofprodukte kaufen. An dem kleinen See selbst stehen wir ganz allein, es ist richtig idyllisch. Plus kostenloses Froschkonzert, das dem Namen des Bauernhofs „Zabi rai“ (dt. Froschparadies) alle Ehre macht. Hier reflektieren wir auch ein bisschen und uns fällt auf: wir hatten bisher immer sehr schöne Stellplätze und es ist schwer, einen Lieblingsplatz auszusuchen! Ob Freistehen an Grillplätzen bzw. in der Natur oder auf schönen Campingplätzen, es war immer etwas Schönes dabei! Probleme hatten wir auf jeden Fall bisher nie mit dem Übernachten, wir wurden bisher immer sehr freundlich empfangen / akzeptiert und auch des Öfteren neugierig beäugt oder auf unseren Camper angesprochen. So kann es auf jeden Fall weitergehen!

Hier lässts sichs aushalten

Unser grober Plan ist es, noch ein wenig in Polen zu verweilen. Hier gefällt es uns sehr gut und im Norden gibt es auch noch einige Stücke Natur, die sehenswert sein sollen (Ostseeküste, Masurische Seenplatte, …). Danach peilen wir wahrscheinlich Litauen an. Angaben ohne Gewähr!

Bis zum nächsten Blogeintrag wünschen wir euch eine gute Zeit und alles Liebe.

Macht’s gut,

Andrea und Flaki

 P.S.: Die vielen Akzente, Hütchen und Striche auf und in den Buchstaben der tschechischen und polnischen Wörter darf man sich bitte einfach dazuzudenken. Ich bitte um Nachsicht, wenn mir das jetzt zu fummelig auf der Tastatur ist und man versteht, was ich sagen will. Vielen Dank! Liebe Grüße, Andrea