Juli

Baltikum Nr.2: Lettland

Hallo aus Estland!

Wir sind problemlos und ohne Grenzkontrolle nach Estland gedüst und das heißt, die Lettland-Zusammenfassung wird fällig. Viel Spaß beim Lesen!

In Lettland waren wir vom 14. Bis 24. Juli unterwegs. An der Grenze zu Litauen wurden wir tatsächlich heraus gewunken, aber nur wegen unseren Reisedokumenten und nicht wegen Corona. Gleich am ersten Tag besuchen wir noch Liepāja, die drittgrößte Stadt Lettlands. Dort spazieren wir durch die Altstadt und über den St. Petersmarkt.

In Lettland haben wir uns fast ausschließlich an der Küste aufgehalten. Zum einen gibt es zum Landesinneren nicht so viele Reisetipps, zum anderen ist es wirklich großartig, immer den Strand und das Wasser in der Nähe zu haben (besonders wenn es so heiß ist!). Deshalb führt uns unser Weg weiter die Küste hoch auf einen Campingplatz bei Labrags, wo wir wieder Pauline, Johanna und Philipp treffen (unsere Reisekumpanen aus Heidelberg). Von nun an verbringen wir in Lettland fast jede Nacht am gleichen Stellplatz. Den Tag gestalten wir manchmal separat, aber nachmittags und abends freut sich die zweijährige Johanna über andere Spielkameraden als ihre Eltern und wir sitzen dann später auch gerne noch mit Pauline und Philipp zusammen. Gemeinsames Kochen und Essen an einem Tisch empfinden wir auch als sehr wertvoll! Zudem darf Flaki sich mit dem Equipment und unter Aufsicht der beiden im Kite-Surfen erproben, was auch ziemlich cool ist.

Nach Liepāja kommt an der Küste erstmal keine größere Stadt mehr (außer Ventspils (dt. Windau), aber das haben wir uns nicht genauer angesehen). So fahren wir immer weiter durch kleine Fischerdörfchen und suchen uns den ein oder anderen abgelegenen Strand, von denen es sehr viele gibt. Das hat uns auch zu einem kleinen Fauxpas geführt: Auf dem Weg zu einem Strand, der laut Bewertungen sehr wenige Besucher haben soll, fahren wir durch einen Wald mit sehr sandiger Schotterstraße (was für das Baltikum grundsätzlich nicht verwunderlich ist – wir waren teilweise schon kilometerlang auf Schotterpisten unterwegs, die als normalen Straßen ausgewiesen sind). Ihr könnt es euch vielleicht schon vorstellen: Wir sind im Sand stecken geblieben! Nach einem kurzen Moment der Ratlosigkeit, versucht Flaki bei einem nahegelegenen Campingplatz Hilfe zu organisieren – mit Erfolg! Zwanzig Minuten später können wir bereits weiterfahren, weil uns eine Gruppe sehr freundlicher junger Letten bereitwillig aus dem Schlamassel gezogen haben. Das Ganze hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn der Strand war fast menschenleer und es gab dort super Wellen!

Nächster Stopp unserer Reise durch Lettland war das Kap Kolka im Slitere-Nationalpark. Hier fließen Ostsee und Rigaer Meerbusen zusammen und an der Landspitze könnte man sowohl den Sonnenaufgang als auch den Sonnenuntergang genießen. Hier bleiben wir 2 Nächte und verbringen die Tage mit Kiten, Baden und den Sommer genießen. Wir treffen auf einen lettischen Kite-Surfer mit Family, der sich gerne mit uns unterhält und wertvolle Tipps für die Weiterreise und fürs Kiten geben kann. Außerdem macht Andrea Bekanntschaft mit einer weiteren lettischen Familie, die uns kurzerhand zu sich nach Hause in Jurmala einlädt. Mehr dazu gleich.

Bevor es uns nämlich nach Jurmala verschlägt, legen wir noch einen Zwischenstopp im Kemeri-Nationalpark ein. Eine riesige Moorlandschaft mit vielen kleinen Moorseen, die ein einzigartiges Farbenspiel und großartige Ausblicke verspricht. Wir sind auf Holzstegen durch die Gegend gewandert und durften auf einem Aussichtsturm das ganze auch noch von oben bestaunen. Von den Nationalparks, die wir bisher so gesehen haben, gehört der Kemeri-Nationalpark definitiv zu unseren Favoriten!

Jurmala ist eine bekannte Touristenstadt mit riesigem Strand kurz vor Riga. Bevor wir dorthin fahren, besichtigen wir die lettische Hauptstadt Riga mit der Altstadt und dem riesigen Zentralmarkt. Für den Nachmittag ist dann mit Christine und Andres (die oben erwähnte lettische Familie) abgemacht, dass wir zusammen mit den Heidelbergern zu ihnen nach Hause kommen können. Als wir ankommen, hat Christine schon eine lettische Rote-Bete-Suppe und hausgemachtes Brot zubereiten, die beide sehr lecker schmecken! Außerdem erhalten wir eine kleine Tour durch Jurmala. Übernachten können wir in unseren Fahrzeugen in der ruhigen Straße vor dem Haus. Nach einem Kite-Tag in der Nähe beschließen wir, noch eine Nacht zu bleiben und unsere Gastgeber mit deutschen Semmelknödeln zu bekochen. Die kamen sehr gut an! Den letzten Abend lassen wir in der selbstgebauten Sauna im Garten und am Lagerfeuer ausklingen. Der Besuch bei Christine, Andres und ihren Kindern Everest und Andreas war definitiv ein großes Highlight für uns in Lettland. Wir wurden auf Basis eines 5-Minuten-Gesprächs nur mit Andrea alle zu ihnen nach Hause eingeladen und auch dort konnte man die offene, herzliche und großzügige Atmosphäre immer spüren. Wir danken für die Gastfreundschaft, alle Tipps und den wertvollen Austausch!

Der letzte Reiseabschnitt in Lettland ist der Gauja-Nationalpark nordöstlich von Riga. Dort verbringen wir eine weitere Nacht, bevor es uns wieder an die Küste und weiter nach Estland verschlägt. Was wir hier alles erleben erfahrt ihr dann in unserem dritten Teil der Baltikum-Trilogie, wenn wir hoffentlich problemlos in Skandinavien angekommen sind.

Bis dahin macht’s gut,

Andrea und Flaki