So, nun der dritte und letzte Teil unserer Reise durch das Baltikum: Estland. So richtig viel haben wir davor nicht über das Land gewusst. Wir gehen davon aus, dass es auch dem gebildeten Leser daheim ähnlich gehen könnte, deshalb hier ein paar Fakten:
- ca. 1,3 Millionen Einwohner à davon wohnt ein Drittel in der Hauptstadt Tallinn
- Durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel gerade einmal 50m!
- Erste Unabhängigkeitsdeklaration 1918, unabhängig von der Sowjetunion seit 1991
- Zugang zu kostenlosem Internet ist ein Grundrecht, selbst in der Pampa hat man besten Empfang
Wir waren in Estland viel wandern, vor allem die Wege durch die Moore haben uns besonders Spaß gemacht. Die meiste Zeit waren wir zusammen mit der deutschen Familie unterwegs, von der wir bereits im letzten Blog berichtet haben. Tatsächlich trifft man auf Camping- und Parkplätzen sehr viele deutsche Camper an.



Sehr gut gefallen haben uns die gratis Zelt/Camperplätze von RMK, die meistens Feuerstellen mit Holzlager, Sitzgelegenheiten und Plumpsklos beinhalten. Diese trafen wir regelmäßig an und haben auch das ein oder andere Mal Marshmallows oder sogar Stockbrot gegrillt. Apropos Essen: wir konnten uns in Estland sehr gut lokal ernähren, da wir uns oft auf Märkten mit frischem Obst und Gemüse eindecken konnten. Außerdem gab’s auf der Insel Muhu frisch gebackenes Brot und frischen Fisch, der uns sehr gut geschmeckt hat. Auf der Insel Saaremaa (Estlands größte Insel) trafen wir dann noch – mehr zufällig als geplant – auf einen Imker, der Bio-Honig herstellt. Somit Stand dem perfekten Honigbrot nichts mehr im Wege.



Nicht nur kulinarisch haben uns die Inseln zugesagt, auch landschaftlich haben sie viel zu bieten. Moore, Strände, Wassernationalparks, Leuchttürme, Burgruinen, urige Dörfer u.v.m. machten die Gegend so vielfältig und wir verbrachten die meiste Zeit unseres Estland-Aufenthalts dort. Auch zum Kiten gab es für Flaki nochmal die ein oder andere Gelegenheit.
Den Abschluss unserer Reise in Estland bildeten der Laheema-Nationalpark und Sehenswürdigkeiten in und um Tallinn. Wir haben das Gefängnis und Kalksteinbergwerk in Rummu besucht, was sich durch seine außergewöhnlich aussehenden Berge und die halb bzw. ganz im glasklaren Wasser versunkenen Gebäudeteile auszeichnet. Im Laheema-Nationalpark östlich von Tallinn sind wir das ein oder andere Mal durch Wald und Moore gewandert und uns immer sehr über die unerschöpfliche Menge an Waldheidelbeeren erfreut. Elche haben wir auch gesucht, aber nicht gefunden. Tallinn selbst hat uns auch sehr gut gefallen. Eine schnucklige Altstadt mit kleinen Gässchen, der Domberg mit tollem Ausblick über die Stadt und die beeindruckende russisch-orthodoxe Kathedrale.



Gegen Ende unserer Zeit in Estland ist das Wetter dann auch umgeschwungen. Es ist deutlich kühler geworden, ab und zu gab es immer wieder Regenschauer. Aber nachdem man praktisch 2 Monate durchgängig Strandurlaub gemacht hat, kann man das definitiv verkraften. Vor allem, weil das Land hier den Regen auch dringend braucht – ganz im Gegensatz zu Deutschland, wie es scheint.
Zufrieden mit unserem Aufenthalt im Baltikum konnten wir dann eine Fähre nach Helsinki buchen. Am Mittwoch, dem 4. August ging es dann um 4:30 Uhr aus den Federn und um 6:30 Uhr vom Frachthafen Tallinn Muuga auf die 2,5-stündige Fahrt mit der Finbo Cargo nach Helsinki Vuossari (Eckerö Line). Außer einem Kleintransporter und zwei weitern Campern sind mit uns auf dem Weg ausschließlich riesige LKWs. Das machte die Fahrt auch verhältnismäßig günstig. Vor der Einreise hatten wir dann tatsächlich ein wenig Muffensausen, da wir trotz mehrfachen Versuchen weder beim Arzt noch beim Gesundheitsamt an offizielle Übersetzungen unserer Genesenendokumente gekommen waren. Wir haben der Dame an der Kontrolle in Finnland unsere Internet-Übersetzungen hingehalten, die sie freundlich akzeptiert hat. Wir haben es also geschafft!

Jetzt genießen wir erstmal unsere Zeit im neuen Land und freuen uns auf viele neue Eindrücke und Erlebnisse. Davon berichten wir dann wie gewohnt beim nächsten Mal.
Macht’s gut,
Andrea und Flaki

